Was sind Webstandards?
Am Anfang des World Wide Web stand die Idee, Informationen auf der ganzen Welt für Jedermann zugänglich zu machen. Es wurden Grundregeln entwickelt, nach denen Endgeräte die so aufbereiteten Texte interpretieren sollten.
Leider haben die Browser-Hersteller diese Standards bisher nie ganz erfüllt, weshalb sich auch Webdesigner bis heute wenig darum kümmerten.
Webstandards sind Richtlinien für Webdesigner und Browserhersteller, die sicherstellen sollen, dass Informationen im Web möglichst vielen Nutzern zugänglich sind und deren Nutzbarkeit auch in der Zukunft sichergestellt ist.
Wer Webstandards berücksichtigt, hält sich also an Regeln bei der Verwendung von hier nicht näher erläuterten Web-Techniken wie XHTML, CSS, DOM, Scripting, etc.
Ohne Sie in technische Details verwickeln zu wollen: Wenn ein Dokument auf der Grundlage von Webstandards erstellt ist, bedeutet dies, dass es…
- aus validem XHTML aufgebaut ist,
- CSS anstatt Tabellen für das Layout verwendet,
- sinnvoll strukturiert ist und semantisch korrektes Markup verwendet,
- Inhalte von den den Designvorlagen getrennt sind,
- in jedem Webbrowser funktioniert.
Bisher ging's doch ohne Standards auch?
Bisher wurde HTML missbraucht, um ansprechende Websites zu erstellen. Eigentlich zur Darstellung von Daten vorgesehene Tabellen wurden zu Layoutzwecken mißbraucht und wild verschachtelt. Kleine Grafiken wurden als Abstandhater verdingt, Bilder rücksichtslos zerschnitten und Anweisungen zur Textformatierung mitten in die Inhalte hinein geknallt.
Kein Wunder, dass der Quellcode wucherte, Aktualisierungen angesichts des Bläh-Codes schwierig und Formatierungen inkonsistent wurden. Suchmaschinen konnten solche Seiten angesichts über viele Zellen verstreuter, Inhaltshäppchen nicht mehr richtig lesen und die alleinige Gestaltung für bestimmte Browser und Bildschirmauflösungen verhinderte eine anderweitige Nutzung.
Warum sind Webstandards wichtig?
Nur 4% der deutschsprachigen Webseiten sind laut einer Studie von Validome standardkonform umgesetzt (siehe linke Spalte). Da gehen wir doch mit gutem Beispiel voran und präsentieren uns barrierefrei.
Was sind die Vorteile, die eine nach Webstandards erstellte Website bietet?
- Bessere Zugänglichkeit: Ein semantisch korrekt sturkturiertes Dokument, bei dem Struktur und Gestaltung getrennt sind, ist für Screenreader (Vorlesesoftware) und alternative Anzeigegeräte leichter zu verstehen.
- Plattformunabhängigkeit: Der Zugang zum Internet losgelöst von PC und Modem macht das Internet erst zu einem universellen, alltäglichen Medium. Es gibt schon jetzt XHTML-fähige Handys, PDAs und Smartphones, internetbasierte Navigationssysteme, vernetzte Spielkonsolen etc.
- Besseres Suchmaschinenranking: Die Auslagerung von Formatanweisungen räumt dem Inhalt einen größeren Anteil an der Größe einer Datei ein. In Kombination mit einer logischen Struktur – semantisches Markup (Überschriften, Absätze, Listen, etc.) – verbessert dies die Position der Webseite im Suchmaschinenranking.
- Schnellerer Download und schnellere Darstellung von Webseiten: Weniger Quellcode bedeutet kleinere Dateien und schnellerer Download. Browser stellen Webseiten zügiger dar, Internet-Bandbreite wird geschont und der kostenpflichtige Datentransfer beim Provider sinkt.
- Entwicklung und Pflege einer Site werden einfacher: Semantisch korrektes und sinnvoll strukturiertes HTML ist leichter und schneller zu verstehen, auch wenn es von jemand anderem erstellt wurde. änderungen an der Darstellung einer kompletten Website wird durch Verändern einer einzigen Formatvorlage (CSS-Datei) erreicht.
- Kompatibilität mit zukünftigen Webbrowsern: Wenn man beim Kodieren von Webseiten definierte Standards und valides Markup benutzt, reduziert man das Risiko, dass künftige Browser oder andere Anzeigegeräte mit dem verwendeten Code nicht zurecht kommen.
Webstandards werden von allen aktuellen Browsern unterstützt. Testen Sie unsere Website durch Klick auf "XHTML" oder "CSS" in der Fußzeile. Und geben Sie dann zum Vergleich auf http://validator.w3.org unter "Validate by URL" Ihre eigene Internetadresse ein...
Was ist Barrierefreiheit (Accessibility)?
Grundvoraussetzung für eine barrierefreie Website ist die Berücksichtigung von Webstandards (s.o.). Damit ist eine Website bereits sehr barrierearm. Durch Ergänzung von einigen Funktionen kann sie relativ schnell barrierefrei werden. Doch auch grundlegende Dinge wie "einfach formulierte Inhalte" und "starke Kontraste" sind wichtig und vor Projektbeginn zu klären.
Barrierefrei bedeutet nicht (nur), dass die Website nun "auch für Blinde" erreichbar ist. Auch wenn dieses Beispiel plastisch ist, gibt es dennoch auch Personen, die schlecht sehen, motorisch beschränkt oder geistig behindert sind. Und was ist mit "normalen" Menschen, die unkonzentriert oder abgelenkt sind? Auch sie profitieren von einer barrierefreien Websitegestaltung.
Warum Barrierefreiheit?
- Barrierefreiheit ermöglicht eingeschränkten Personen den Zugriff auf Informationen,
- ist einigen Institutionen gesetzlich vorgeschrieben,
- bietet Vorteile für alle Nutzer, da Websites benutzerfreundlicher werden,
- wird wegen der Überalterung der Bevölkerung immer bedeutsamer.
Einen Menschen ohne Behinderung wird die barrierefreie Ausrichtung nicht stören. Im Gegenteil: Webstandards und Barrierefreiheit helfen auch normalen Menschen beim Navigieren und Benutzen einer Website, da diese generell logisch durchdachter und klarer strukturiertert ist.
Webstandards und Barrierefreiheit sind Pflicht
Behörden der Bundesverwaltung müssen ihre Websites ab 1. Januar 2006 barrierefrei gestalten. Das schreibt die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung vor. Und an der orientieren sich auch immer mehr Institutionen und Firmen aus der freien Wirtschaft.
Trotz einer vierjährigen Übergangsfrist sind viele Websites von öffentlichen Einrichtungen und Gemeinden noch immer nicht umgestellt. Zwar unterliegen nur Websites des Bundes der Verpflichtung der BITV, doch sollten eigentlich auch Länder und Gemeindem dem Beispiel folgen – paradoxerweise gehören deren Websites oft zu den barrierereichsten und unzugänglichsten Auftritten.
Fazit
Webstandards und Barrierefreiheit sind nicht "nur für Behinderte". Sie ermöglichen den Zugang zu einer Website auf vielen Anzeigegeräten, das Erreichen einer größeren Benutzergruppe und gute Suchergebnisse.
Unsere Referenzen in diesem Bereich
Wir erstellen nur noch barrierefreie Websites. Alle Projekte in unserer Rubrik "Referenzen" bieten einen weitgehend barrierefreien Zugang.
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